Lust und Frust liegen selten so nah beieinander wie bei dieser spannenden BDSM-Praktik: Der Zwangsentsamung beim Mann.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine oft unterschätzte, von Kennern gefeierte und gefürchtete Methode, die wider Willen den Samenerguss herbeiführt. Überwiegend findet sie im BDSM-Bereich ihre Anwendung.

Das große Finale, welches doch keines wird, besitzt viele Namen und verfügt über ein großes Repertoire an Möglichkeiten.

Was ist das Ziel der Zwangsentsamung?

Ziel ist es, ihm allen Samen zu entlocken, meist aber ohne ihm sexuelle Freude und Befriedigung zu verschaffen.

Besonders nach einer längeren Phase der Keuschhaltung, wie es bei Chastity der Fall ist, oder anhaltendem Teasen, wie beim Tease and Denial, wird es als das denkbar Schlimmste beschrieben, ohne Lustgewinn kommen zu müssen. Gerade dann, wenn die Erregung am höchsten ist, ist der Frust bei ausbleibender Befriedigung am größten. Das verschafft dem dominanten Part den Vorteil einer besonders effektiven Kontrolle.

Wichtig ist, dass der Mann entweder durch enorme Disziplin nicht in das Geschehen eingreift oder einfacher: Gar nicht eingreifen kann, weil er gut gefesselt und fixiert ist! Hier eignet sich bspw. auch eine Zwangsjacke.

Vor- und Nachteile der Zwangsentsamung

Wie wird die Zwangsentsamung durchgeführt?

Die Zwangsentsamung auf verschiedene Weisen durchgeführt werden.

Die klassische Zwangsentsamung

Er wird zum Orgasmus gebracht. Sei es per Hand, mit Eichelvibrator oder anderweitig. Sei es schnell oder fast unendlich langsam. Sei es bequem oder in einer misslichen Lage.

Sein Höhepunkt liegt nicht in seiner Macht und vielleicht kann er sich nicht einmal darüber beschweren, weil er gerade geknebelt ist oder eine Zwangsjacke trägt. Der erste Orgasmus wird (abhängig von seiner Lage) noch lustvoll sein, doch nach dem zweiten oder dritten Mal wird es durchaus unangenehm. Er wird nach allen Regeln der Kunst wieder und wieder zum Kommen gebracht, bis kein Orgasmus mehr möglich ist und ihm auch der allerletzte Tropfen entlockt ist.

Hier gilt: Zeit nehmen und verschiedenste Stimulationen anwenden. Wissen oder herausfinden, worauf er abfährt und verschiedene Techniken mit Bedacht einsetzen. Zu eintönige und unvorsichtige Stimulation führt zu wunden Stellen, welche Infektionen begünstigen können. Daher empfiehlt sich Gleitgel, Abwechslung und Steigerung.

Es ist sehr unterschiedlich, wie oft ein Mann kommen kann. Das hängt von der Person, der Erregung und dem letzten Samenerguss ab. Einfühlungsvermögen und Übung sind beim Entsamen das A und O.

Die hohe Kunst – der „ruinierte Orgsamus“

Komplizierter und viel frustrierender ist es, die Stimulation so einzusetzen, dass zwar bereits Sperma heraus fließt, aber noch nicht das Hochgefühl eines erfüllten Orgasmus einsetzt.

Dafür gibt es einen ganz bestimmten Zeitpunkt, der von Mann zu Mann verschieden ist und zudem noch von der Tagesform abhängt. Deshalb muss der dominante Part seinen gefesselten Gegenüber gut kennen und die Anzeichen für den kommenden Höhepunkt richtig deuten. Dies bedarf einiger Übung.

Wichtig ist es, gemeinsam zu üben. Es kann dauern, den richtigen Punkt zu finden. Dafür ist es hilfreich, wenn er sich bei den ersten Versuchen mitteilt, sobald er kurz vor dem Orgasmus ist.

Diese gemeinsame Übungsphase ist ein spannendes Herantasten und gegenseitiges Kennenlernen, welches Geduld und Vertrauen erfordert. Sobald der Punkt, an dem er unweigerlich kommt („Point of no return“), gemeinsam herausgefunden ist, geht es daran, die Art von Lust, welche bei einem vollen Orgasmus aufkommt, gering zu halten, aber dennoch einen feuchten Samenerguss zu erzeugen.

Timing ist bei dieser Technik ALLES. Im richtigen Moment muss die Stimulation abrupt stoppen. Bei zu spätem Stopp kommt er, bei zu frühem Stopp kann ein neuer Anlauf genommen werden.

Anstelle eines plötzlichen Ausbleibens der Stimulation funktioniert auch immer schwächer werdende Berührung, die immer sanfter wird, je näher er dem Orgasmus ist. Der Spaß bleibt regelrecht auf der Strecke.

Etwas härter geht es zu, wenn am Ende der Stimulation noch ein starker Schmerzimpuls hinzugefügt wird, quasi als Salz in der Suppe. Das minimiert „schlagartig“ das Lustgefühl – der Orgasmus kommt zum Erliegen. Auf welche Weise das genau erfolgt, liegt im Ermessen und Geschmack des dominanten Parts. Ein Klaps auf die Eier, ein Gertenhieb auf den Hintern oder ein anderer starker Reiz wirken Wunder.

Prostata melken

Männer abmelken will gelernt sein! Hier liegt der Fokus nicht auf der Stimulation des Penisses, sondern auf der Stimulation der Prostata.

Doch klären wir mal zunächst ab, wo sich die Prostata des Mannes überhaupt befindet. Diese siehst du auf dem folgenden Bild (rot markiert):

Prostata des Mannes

Etwas stärkerer Druck an der richtigen Stelle der Prostata sorgt für einen langsamen Samenfluss, der sich für ihn zuerst gut anfühlt, aber nach einer Weile unangenehm bis unerträglich wird und vor allem nicht das angenehme Gefühl eines erfüllenden Orgasmus erzeugt. Mit Geduld kann ihm so sein ganzer Saft entlockt werden, ohne ihn am Penis zu berühren!

Geeignet sind Latexhandschuhe, Gleitgel und eine längere Prostatamassage. Auch Spielzeug wie Dildos und Prostata Vibratoren, sowie eigens zur G-Punkt und P-Punkt-Stimulation entworfene Massagestäbe, erfüllen bestens den Zweck, spätestens, wenn die Finger ermüden.

Diese Methode macht es sogar möglich, den Mann abzumelken, während er einen Keuschheitsgürtel trägt.

Natürlich ist es wichtig, dass diese Methode ebenfalls gemeinsam ausprobiert und mit Feedback geübt wird. Übung macht den Meister – das ist bei allem so und auch bei Sexpraktiken nicht anders. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass keine Überreizung oder gar Verletzung entsteht. Deswegen ist es sinnvoll, bei den ersten Versuchen auf Fesselung und unbedingt auf einen Mundknebel zu verzichten, damit immer Feedback gegeben werden kann.

Nun, diese drei vorgestellten Methoden können natürlich untereinander kombiniert werden, nacheinander erfolgen oder als steigernder Einstieg in diese Praktik verwendet werden.

Wozu dient nun die Zwangsentsamung überhaupt?

Die oben vorgestellten Methoden sind sehr dominant. Viele Männer lieben es, sexuell dominiert zu werden. Manche mehr, manche weniger. Manche manchmal, manche immer. Daran kann man diese Spielweise nach Bedarf und Vorliebe gut anpassen.

Für vielfältige Spiele ist die Zwangsentsamung definitiv geeignet. Das Machtgefälle ist groß, denn er ist unfähig, sich einzumischen und wird vollständig kontrolliert. Ein Handjob in Fesselung und ohne Möglichkeit sich zu bewegen oder gar zu wehren, wird als äußerst spannend beschrieben. Aber den wahren Nervenkitzel besteht für viele darin, längere Zeit kurz vor dem Orgasmus, und damit kurz vor dem Wahnsinn zu stehen. Das kann durch einen sehr langsamen Handjob der Fall geschehen, oder aber durch Keuschhaltung.

Abgesehen von der großen Spannung ist es ein probates Mittel zum Zweck, um bei langer Keuschhaltung regelmäßig den Druck ohne echte Befriedigung abzubauen oder aber die Erleichterung so nachhaltig zu gestalten, dass ihm das Erlebnis in der folgenden Zeit der Enthaltsamkeit eindrücklich im Gedächtnis bleibt.

Dann gibt es noch zwei weitere Gründe, weswegen sich die Zwangsentsamung so hoher Beliebtheit erfreut.

  1. Der Mann kann nach der Entsamung noch Sex haben, wobei der erste Druck bereits weg ist. Das ermöglicht eine bessere Ausdauer und eigne sich somit gut bei Männern, die das Problem haben, zu früh zu ejakulieren. je nach Intensität der vorherigen Zwangsentsamung, kommt der Mann allerdings selbst nur sehr schwer nochmal zum Höhepunkt.
  2. Bei intensiver Massage der Prostata erhöht sich die Produktion des Prostata Sekretes, weshalb die Menge an Sperma deutlich größer ist, als das sonst der Fall ist. Die Ejakulation wird ganz anders und vor allem deutlich intensiver wahrgenommen.