Tease & Denial ist eine sexuelle Praktik aus dem Bereich des SM, die aber auch oft in nicht sado-masochistischen Beziehungen praktiziert wird. Wie weit man diese Praktik ausübt, entscheidet natürlich jedes Paar für sich selbst.

In jedem Fall aber steigert man durch Tease and denial (zu Deutsch = erregen und verweigern) die Lust und zugleich auch das Empfinden des sexuellen Höhepunkts. 

Was ist tease & denial?

Unter dem Begriff tease & denial versteht man das Necken seines Partners, verweigert dann aber auf dem Gipfel der Lust das Beenden des Akts. Diese Praktik findet sowohl in heterosexuellen Sexbeziehungen, aber auch bei homosexuellen Paaren statt. Ebenso finden sanftere Formen des tease & denial auch in sexuellen Beziehungen statt, die in ihrem Liebesleben ansonsten keine BDSM-Praktiken ausüben.

Im Bereich der bizarren Erotik wird diese Praktik aber häufig so weit gesteigert, dass beim männlichen Part durch das Verweigern des sexuellen Höhepunkts starke körperliche Schmerzen herbeigeführt werden können. 

Beim tease & denial geht es darum, den Partner so weit zu stimulieren, bis dieser kurz vor dem Orgasmus steht. Jedoch verweigert man ihm/ihr dann, den sexuellen Höhepunkt zu erreichen. Es geht dabei darum, dass ein Partner den anderen so lange durch Berührungen, Liebkosungen oder andere sexuelle Praktiken erregt, ihn dann aber kurz vor dem Orgasmus sprichwörtlich fallen lässt.

Diese Stufe der Erregung wird dann immer wieder hervorgerufen, ohne das Liebesspiel letztendlich mit dem sexuellen Höhepunkt zu beenden. Auf diese Weise wird das Lustempfinden enorm gesteigert.

Wird der Orgasmus beim männlichen Part verweigert, so bezeichnet man das Gefühl kurz vor dem Orgasmus als Edge. Häufig kommt es vor, dass der gereizte, männliche Part dann schon den sogenannten Point of no return erreicht hat, es kommt durch körperliche Mechanismen zum Orgasmus, dem jedoch die befriedigende Komponente fehlt. Ein solcher, „mechanisch“ herbeigeführter Orgasmus (der auch beim Mann durch die Prostatamassage herbeigeführt werden kann) wird als ruined Orgasm bezeichnet. 

In manchen Fällen tritt beim Mann kurz vor dem Orgasmus ein Preejakulat aus, dass oft auch als Lusttröpfen bezeichnet wird. Tritt dieses aus, und wird die Stimulation dann unterbrochen und auf diese Weise der Orgasmus verweigert, kann dies zu starken Schmerzen in den Hoden führen.

Durch die gesteigerte Blutzufuhr kurz vor dem Erreichen des sexuellen Höhepunkts, und einer nicht herbeigeführten Entlastung des Blutdrucks durch den verweigerten Orgasmus, kann es sogar zu einer Verfärbung der Hoden kommen. In der BDSM Szene steht die Verfärbung der Hoden, die sogenannten Blue Balls, als ein Indiz für ein erfolgreiches tease & denial Szenario. 

Auch bei Frauen kann durch eine Über-Stimulation eine gelungene tease 6 denial Session herbeigerufen werden. Wird die Dame so weit geteased, also so stimuliert, dass sie stark erregt ist, aber der Orgasmus wird verweigert, kann dies zu einer Überreaktion des Körpers kommen. Es entsteht ein ruinierter Orgasmus. Dabei wird, ähnlich wie beim Mann, der Orgasmus durch die körperliche Stimulation herbeigeführt, die Frau empfindet dabei aber kein starkes Lustempfinden, sondern kann diesen sexuellen Höhepunkt sogar als unangenehm empfinden. 

Was macht den Reiz an dieser Praktik aus?

Für den teasenden Part dieser sexuellen Spielart liegt der Reiz an erster Stelle bei der Dominanz, die man über den anderen Partner hat. Man kann diesen nach allen Regeln der Kunst verwöhnen, gewährt ihm jedoch nicht den erlösenden Orgasmus. Zu sehen, wie der Partner sich den Liebkosungen hingibt, wie sehnlich er sich den Orgasmus herbeiwünscht, ihn dann aber nicht bekommen kann, ist gerade für sadistisch motivierte Partner eine echte Erfüllung. 

Ebenso spielt der Schmerz und die Qual eine große Rolle beim Ausüben dieser Praktik. Wird der Orgasmus immer wieder verweigert, und das über einen langen Zeitraum, so verändern sich die Empfindungen des Körpers. Für den Mann kann eine erfolgreiche tease & denial Session zu ernsten Schmerzen im Unterleib führen. Dies erregt einen masochistisch orientierten Herrn in dieser Situation noch mehr. 

Wird der ruinierte Orgasmus herbeigeführt, so ist dies für den Mann oft sehr unangenehm. Im Rollenspiel oder auch bei einer BDSM-Session wird dies zu einer weiteren Unterwerfung des Subs führen. Der Sub kann nach dem Orgasmus nicht mehr so schnell neue Manneskraft erlangen und wird in einer BDSM-Session dadurch für den Bottom „unbrauchbar“. Der Reiz kann also für den männlichen Part sein, dass er versuchen wird, keinen „ruinierten Orgasmus“ zu bekommen um seine Standfestigkeit beweisen zu können. 

Natürlich gibt es auch Männer, die den ruinierten Orgasmus vollends genießen. Ihnen geht weniger um den Schmerz, sondern viel eher um das Spiel aus Lust und Spannung.

Wie unterscheidet sich die SM-Variante zur Vanilla-Sex-Variante?

Häufig wird in Magazinen zur leichten tease & denial Variante geraten, um frischen Wind in das Liebesleben zu bringen. Während in Beziehungen, die BDSM affin sind, eine tease & denial Session durchaus über mehrere Stunden gehen kann, und hier ganz bewusst der körperliche Schmerz, der durch das Verweigern des sexuellen Höhepunkts entstehen kann, hervorgerufen wird, verzichtet man bei der Vanilla-Sex-Variante auf ein zu lange andauerndes Teasing. Hier wird von einem Part eine sanfte Form des Erregens eingesetzt, ohne dem anderen Schmerzen zufügen zu wollen. Nach dem langen Liebkosen gehen die Paare schnell zum normalen Geschlechtsverkehr über und „erlösen“ so den zuvor Gequälten von seiner Lust. 

Unterschied Tease and Denial light und BDSM

Tease and Denial Tipps

Hier erfährst du ein paar Tipps, wie tease and Denial Spaß macht.

Lass dich nicht anfassen.

Wer erstmals die süße Qual einsetzen möchte, kann dies mit einer schönen Bondage-Session verbinden. Hier sollte man den Partner ans Bett binden, Handschellen hat mittlerweile jeder zu Hause, und übernimmt den aktiven Part. Wenn der passive Part keine Chance hat, die Führung im Liebesspiel zu übernehmen, kann tease & denial bestens praktiziert werden. Natürlich immer mit vorheriger Absprache.

Kenne die Reaktionen des Anderen

Die übersteigerte Liebkosung kann in einer Tease & denial Session schmerzhaft werden. Gerade Anfänger sollten stark auf die Reaktionen des Anderen achten und nicht direkt aufs Ganze gehen. Von Mal zu Mal kann sich das Szenario dann steigern. 

Verweigere Du Dich, bevor Du Ihm den Höhepunkt verweigerst

Erfahrene Paare treiben dieses Spiel über mehrere Tage. Stachel den Partner immer wieder mit kleinen erregenden Momenten auf. Lass es aber nicht zum Sex kommen. Nach einigen Tagen wird er förmlich darum betteln. Kommt es jetzt zum Abschluss der keuschen Zeit zu einem feinem tease & denial Szenario, kann dies das Lustempfinden ins Unendliche steigern.

Für wen ist tease & denial geeignet?

Tease & denial eignet sich für alle, die gerne mal die Kontrolle über den Partner haben wollen. Es kann auch für noch unerfahrene Paare eine echte Bereicherung des Liebeslebens sein, wenn der passive Part in seinem Lustempfinden den Wünschen des Partners unterstellt ist.Für viele Paare ist dies eine völlig neue Erfahrung. 

Aber auch Paare, die Lust am Schmerz empfinden, sollten die süße Qual des tease and denial ausprobieren. Wer die Reaktion des Körpers kennt, kann hier sehr lustvolles Empfinden beim Partner herbeiführen. Unerfahrene Paare können mit leichtem Necken und Reizen eine sanfte tease and denial Form austesten und diese immer mehr steigern.

Viel Spaß beim Ausprobieren!