Vorweg sei gesagt, dass beim Primal Play fast alles erlaubt ist. Vermutlich ist es deswegen der Kategorie BDSM zugeordnet, obwohl es einige für diese Spielart untypische Merkmale aufweist. So sind die Rollen des dominanten und des devoten Teilnehmers nicht von Anfang an klar festgelegt.

Was ist Primal Play?

Primal Play führt die Partner zurück zu den Wurzeln. So jedenfalls könnte es ausgedrückt werden. Diese Art von Geschlechtsverkehr ist keiner Regel unterworfen. Es geht nicht um das festgelegte Spiel einer Herrschaft mit ihren Sklaven. Erst im Verlauf des Akts stellt sich heraus, wer die Führungsrolle übernimmt.

Beim Primal Play werden die Teilnehmer zu ihren Urinstinkten zurückgeführt. Beginnt die sexuelle Aktivität zunächst mit einem als normal anmutenden Vorspiel, wird es im Verlauf immer ungezügelter und wilder. Das sprichwörtliche innere Tier einer jeden Person wird dem Partner gezeigt. Dabei ist alles erlaubt. Es kann gekratzt, gebissen oder getreten werden.

Was ist bei diesem Spiel so reizvoll?

Es mag ein gewisser Nervenkitzel vor dem eigentlichen Akt in der Luft liegen, wenn das Primal Play zunächst langsam beginnt. Wobei ein zärtlicher Anfang nicht unbedingt vorgeschrieben ist. Ähnlich dem Rape Play kann der Geschlechtsverkehr auch gewaltvoll und auf seine Art bedrohlich beginnen. Allerdings ist keiner der Partner zu devotem Verhalten verdammt. Dass eine gewisse Gegenwehr, ähnlich eines Kampfes, zu erwarten ist, macht diese sexuelle Variante reizvoll.

Genau dieser Kampf kann einen weiteren Reiz für die Partner darstellen. Es geht beim Primal Play tatsächlich auch darum, wer letztlich die Führungsrolle übernimmt. Ähnlich tierischem Verhaltens versuchen die Partner, die Oberhand im Geschehen zu gewinnen. Dieses Gebaren geht so weit, bis sich ein Partner letztlich unterwirft, und die Rolle des sogenannten Alphatiers anerkennt.

Wie läuft Primal Play ab?

Das Primal Play ist sowohl als Paar, als auch in einer Gruppe möglich. Die Sexualpartner kommen natürlich über die harschere Praktik beim Sex überein. Wie eingangs erwähnt, werden jedoch keine Rollen festgelegt.

Der Verlauf kann sowohl zärtlich, aber auch forsch beginnen. Dabei übernimmt zunächst einer der Partner die Führungsrolle, wird dabei aber von seinem Gegenüber bekämpft. Der zunächst unterlegen scheinende Teilnehmer versucht so, selbst eine führende Rolle einzunehmen. Mit Schlägen, Bissen, Tritten oder Kratzen wird Gegenwehr gezeigt und geboten.

Die sexuelle Machtübernahme erfolgt dann, wenn ein Partner aufgibt, sich unterwirft und ohne Gegenwehr nehmen lässt. In einer Gruppe läuft es ähnlich ab. Eine Person wird sich zum Alphatier entwickeln, dem sich die Gruppe zu unterwerfen hat. Jedoch werden diesbezüglich die Karten jedes Mal neu gemischt. Die Stellung eines Alphatiers wird wohl für eine Weile akzeptiert, bis erneut Kämpfe in der Gruppe, also im sprichwörtlichen Rudel, beginnen.

Gerne praktizieren Primal Player diese sexuelle Praktik in der Natur, wo sie eher das innere Tier in sich finden können. Allerdings ist das Ganze natürlich auch in heimischen Gefilden möglich. In Clubs der Szene oder auch in Swingerclubs gibt es mitunter extra Räume für das Primal Play.

Gibt es Risiken?

Primal Play birgt immer gewisse Gefahren. Das Spiel kann schon einmal komplett aus dem Ruder laufen. Da die Gewalt hier programmiert ist, muss immer mit Verletzungen gerechnet werden. Biss- und Trittwunden sind dabei am häufigsten. Teilnehmer sollten sich darüber absolut im Klaren sein.

Auch wenn das Primal Play nicht zweifelsfrei dem BDSM zugeordnet werden kann, sollte vor dem Beginn der Handlungen ein Signalwort festgelegt werden. Vor allem für Anfänger, die nicht unbedingt wissen, was auf sie zukommt, ist das von Nöten. Bei einem Gespräch muss vereinbart werden, dass dieses Signalwort die Handlungen unverzüglich unterbricht.

Für das Ausführen der Praktik in freier Natur sollte darauf geachtet werden, dass sich Wunden in Verbindung mit Schmutz selbstverständlich entzünden können. Daher müssen diverse Kratzer oder Bisse nach dem Geschlechtsverkehr gereinigt und nötigenfalls desinfiziert werden.

Beim Spiel mit ganzen Gruppen verhält es sich ähnlich, wie bei jeder sexuellen Handlung: Vertrauen ist ein wichtiger Faktor, und die Risiken von ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte gedacht, und diesen vorgebeugt werden.

Fazit:

Primal Play kann als Freestyle im Sex bezeichnet werden. Aufgrund der Gewalt wird es dem BDSM zugeordnet. Diese Spielart eignet sich besonders, wenn keine festen Rollen von Dominanz und Unterwerfung festgelegt werden, und beide Partner zu einem gewissen Teil exzentrisch veranlagt sind. Sicher ist die Mischung aus Sex und Gewalt reizvoll, aber sie birgt dabei auch Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten. Denn bei dieser Spielart kann alles passieren.