Der Begriff Predicament wird im BDSM eher selten genannt. Deutsche Entsprechungen sind etwa Dilemma oder Zwickmühle. Entscheidend ist für die Spielart jedenfalls, dass der Sub in eine Lage gebracht wird, in der er zwar aktiv entscheiden kann, was er tut, aber zwischen zwei Möglichkeiten wählen muss, die ihm beide nicht gefallen.

Was ist Predicament?

Es bezeichnet eine Zwangslage oder einen inneren Konflikt, in den der unterlegene Partner gebracht wird. In Frage kommen verschiedene Varianten. Eines haben die Varianten allerdings gemeinsam, denn der devote Part kann zwar wählen, seine Entscheidung wird ihm aber nicht gefallen wird. Beide Möglichkeiten sind in seinen Augen eventuell gleich reizvoll, aber auch gleich unangenehm.

Welche Varianten gibt es?

Ein einfallsreicher Dom oder eine Domina kann seinen oder ihren Sub leicht in eine prekäre Lage bringen. Dazu müssen nur zwei Befehle gegeben werden, die für den Unterlegenen gleich unschön sind. Möglich ist auch etwas zu verlangen, was der devote Part nicht gern tut und er hat dann die Wahl zwischen Gehorchen oder Nicht-Gehorchen, was jedoch gleichbedeutend mit einer Strafe wäre. Das Spiel wird reizvoller, je fantasiereicher der dominante Spielpartner ist.

Neben diesen Spielvarianten gibt es auch noch eine sogenannte Predicament-Bondage. Dabei wird der oder die Sub so mit Seilen eingeschnürt, dass jede Bewegung oder Nicht-Bewegung nach einiger Zeit unangenehm wird. Selbst wenn der Sub versucht seine Lage zu ändern, wird er dies nicht lange durchhalten können, da ihn die Fesseln daran hindern, eine bequeme Lage zu finden.

Was ist das Reizvolle an dieser Praktik?

Das hängt davon ab, ob du dominant oder devot bist. Für den Devoten ist der Reiz die Ausweglosigkeit. Er fühlt sich dem dominanten Partner komplett unterlegen. Handelt es sich um die Bondage-Variante, wird der oder die Sub früher oder später um Erlösung betteln müssen.

Für den Dom liegt der Reiz darin, die Macht über den Sub zu haben und ihn in eine Lage zu bringen, die ihm oder ihr Unbehagen bereitet. Bei Bondage kann der Reiz auch ästhetischer Natur sein, da ein mit Seilen umwickelter Körper sehr attraktiv sein kann. Bei entsprechender Ausführung ist der oder die Sub auch bequem für den Dom bespielbar, ohne Gegenwehr.

Gibt es Risiken bei der Ausübung?

Bei Bondage gibt es immer bestimmte Risiken, deshalb solltest du dir bei Interesse die besten Handgriffe, Techniken und Seile von einem Profi zeigen und gegebenenfalls vorführen lassen. Wichtig ist es, zu jeder Zeit die Möglichkeit zu haben, die Seile wieder zu lösen. Im wirklich extremen Notfall mit einer Schere, die immer in der Nähe liegen sollte.

Auch wenn Bondage richtig ausgeführt wird, kann es dabei zu Kreislaufproblemen beim Sub kommen. Dies wird durch Unwohlsein oder Schwindelgefühle deutlich, die unbedingt ernstgenommen werden müssen.

Wenn du deinen Spielpartner kunstvoll fesseln willst, achte außerdem darauf, dass seine Atemwege jeder Zeit freibleiben und auch der Brustkorb nicht zu stark eingeschnürt wird. Die Blutzufuhr zu den einzelnen Gliedmaßen darf ebenfalls nicht ins Stocken geraten. Seile am und um den Hals herum sind besonders riskant. Beim Predicament-Bondage werden auch Knoten verwendet, die sich immer enger zuziehen, auch dabei darf dem Sub nicht die Luft abgeschnürt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn der unterlegene Spielpartner komplett gefesselt und damit bewegungs- und handlungsunfähig ist: Er darf nicht über längere Zeit allein gelassen werden. Der Dom muss immer wissen, dass es dem Sub noch gut geht.

Fazit:

Predicament kann im BDSM-Bereich sehr reizvoll für beide Spielpartner sein, wenn sie wissen, worauf sie sich einlassen und einander vertrauen können. Besondere Vorsicht ist bei Bondagevarianten geboten, die den oder die Sub in unbequeme Lagen bringen, aus denen sie alleine nicht herauskommen können.