Pegging – Alles was du über diese Sexpraktik wissen solltest

Pegging – Ein Kunstwort, welches große Kreise gezogen hat und nach wie vor für öffentliche Aufmerksamkeit sorgt. Doch was steckt dahinter? Das und vieles mehr erfährst du jetzt.

Was ist Pegging?

Pegging ist eine Sexualpraktik, bei der die Frau den Mann mit Hilfe eines Umschnalldildos (auch Strap-On genannt) anal penetriert. Aber auch bestimmte Dildoslips, die mit einem Außendildo versehen sind, kommen gerne mal zum Einsatz. Die Möglichkeiten sind vielfältig und bereichern eine aufgeschlossene Beziehung ungemein, auf verschiedenste Arten und Weisen.

Das Wort „Pegging“ stammt dabei vom englischen Wort „to peg“ ab, und bedeutet so viel wie anklammern/annageln/festflocken.

Was reizt einen beim Pegging?

Es gibt vieles, was Interessierte und Kenner daran so fasziniert:

  • Der Rollentausch
  • Die Machtübergabe
  • Die körperliche Freude
  • Der reine Nervenkitzel

Der Rollentausch bringt das Prickeln ins Spiel. Denn die Frau wird erfahren, dass der aktive Part nicht unbedingt einfach ist, aber auch eine neue Perspektive zeigt. Und er wird sich ihr dabei hingeben müssen, während sie ihn nimmt. Kaum kann sexuelles Vertrauen so sehr gefordert und gefördert werden. Die Machtübergabe an den aktiven Part kann eine pikante Spielart der sexuellen Unterwerfung bedeuten, welche nicht nur Freunde des BDSM spannend finden, sondern auch viele Paare ohne SM-Ambitionen genießen.

Unabhängig von der psychologischen Komponente sind anatomisch eine Vielzahl von Nervenenden am Hintertürchen vorhanden und die sensitive Prostata hält einige Überraschungen bereit. Sanfte Berührung und erregende Stimulation dieser beiden „Hot-Spots“ bringen vielfältige, für Neulinge völlig unbekannte, Hochgefühle hervor.

Pegging liegt im Trend. Viele tun es. Für das allgemeine Interesse an Pegging spricht das enorme Angebot an Strap-Ons, passenden Dildos und anleitender Literatur. In den letzten Jahren ist der Markt als Reaktion auf die große Nachfrage hin regelrecht explodiert. So sind verschiedene Systeme in diversen Preisklassen verfügbar.

Worauf sollten Anfänger beim Kauf achten?

Gute Materialien sind sehr wichtig. Neben wertiger Optik sind Qualität und Tragekomfort ausschlaggebend. Schlechte Verarbeitung und ungeeignete Systeme mindern den Spaß vom ersten Moment an.

Strapon

Deswegen sollte für Einsteiger die Wahl auf ein klassisches, erprobtes Modell fallen, welches gute Kontrolle bietet und bei dem die Gurte nicht scheuern. Gute Kontrolle über den am Strap-On-Gürtel angebrachten Dildo ist wichtig, damit Sie Ihm zielsicher Freude bereiten kann. Ebenso wichtig ist der Tragekomfort. Strap-Ons mit geteiltem Schrittriemen vereinen diese beiden Vorteile und bieten zudem Zugang zu ihrem Intimbereich.

Wie beginne ich mit Pegging?

Aller Anfang ist schwer? Nein. Es gibt kaum etwas Aufregenderes, als eine neue Art der eigenen Sexualität zu erkunden. Jeder fängt mal klein an? JA, unbedingt. Bloß keinen Stress. Entspannung, ausreichend Gleitgel und viel Übung sind der Schlüssel zum Erfolg. Überforderung und Schmerz sind DER Lust-Killer und gehören nicht zu dieser Praktik.

Daher sollte der Erstkontakt immer mit viel Geduld erfolgen.

Sucht euch für den Anfang auf keinen Fall den nächst besten Riesenprügel aus, sondern etwas kleineres, meist so zwischen 2 und 3 cm im maximalen Umfang. Und bevor es so richtig zur Action kommt, ist Übung ratsam. Gemeinsam vorsichtig ohne Strap-On und auch alleine probieren. Herantasten.

Wo fühlt es sich am besten an? Welcher Winkel ist angenehm, welcher nicht?

Es ist hilfreich, wenn sich der Mann erst selber kennenlernt, um Ihr den Einstieg zu erleichtern und um sie dirigieren zu können. Auch bestens zum gemeinsamen Aufwärmen, ist eine sanfte Prostata-Massage geeignet.

Ein weiterer guter Tipp für den Anfang ist, ein Kondom über den Dildo zu ziehen. Das erhöht die Gleitfreudigkeit und macht die Säuberung und Hygiene einfacher.

Nachdem die ersten Schritte getan sind und Routine und Entspannung einkehren, kann Pegging in vollen Zügen genossen werden. Es wird von Mal zu Mal besser, da zu Beginn meist alles etwas ungewohnt ist. Und dann sind da noch all die Möglichkeiten, Pegging in das Sexleben einzubringen. Als Rollenspiel, als Überraschung, mit Fesselung, nach längerer Keuschhaltung, hart und ungerecht oder ganz zart und liebevoll.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wichtig: Schmerzen sind ein Indikator dafür, dass etwas nicht stimmt. Mögliche Gründe für Schmerzen beim Pegging sind:

  1. Zu wenig Gleitgel
  2. Zu wenig Entspannung
  3. Zu harter Verkehr
  4. Ein medizinisches Problem

Wenn du die ersten 3 Gründe ausschließen kannst, könnte auch ein medizinisches Problem vorhanden sein. Eine mögliche Ursache können Hämorrhoiden oder eine Analfissur sein. Bitte suche einen Arzt auf und kläre mit ihm ab, ob ein medizinisches Problem vorliegt.

Pegging nur für Schwule?

Viele Vorurteile beherrschen das Thema Pegging. Für einige ist es sogar ein Tabu. Schnell steht die Frage im Raum: „Ist Man(n) automatisch schwul, wenn man auf Pegging steht?“

Nein. Man(n) erfreut sich einfach an dem, was sexuelle Freude bereitet.

Der Hintereingang ist nun mal über und über mit Nerven besetzt und die empfindsame Prostata beschert bei richtiger Stimulation ganz andere Gefühle als die Stimulation des Penis. Mit gewisser Übung reicht das sogar bis zum sagenumwobenen Prostataorgasmus.

Das ist die nicht zu leugnende Anatomie des Mannes, welche Freuden bereit hält, von denen einige nicht zu träumen wagen – aber warum sollte man sich ihrer nicht bedienen?

Also los gehts!