Ein besonderer Leckerbissen für Anhänger des BDSM ist das Caning. Wer einen etwas intensiveren Schmerz bevorzugt, kommt um Bastonade nicht herum. Richtig ausgeführt sorgen sowohl Caning, als auch Bastonade, für eine Luststeigerung der besonderen Art.

Das liegt nicht allein an den durch Schläge verursachten Schmerzen, sondern auch an der Erniedrigung, die eine Nutzung von Rohrstöcken (engl. Cane) oder anderen Hilfsmitteln für Prügelstrafen mit sich bringt.

Was ist Caning?

Wird der Begriff wörtlich übersetzt, so handelt es sich beim Caning um das Verprügeln mit einem Rohrstock oder einer Rute. Die Schläge werden am effektivsten auf den entblößten Po verabreicht. Allerdings können auch Rücken, Schenkel oder – besonders bei weiblichen Subs und Sklavinnen, – die Brüste einem ausgiebigen Caning unterzogen werden.

Je nach Bestrafung variiert natürlich auch die Anzahl der Schläge. Um die Erniedrigung des Subs vollkommen zu machen, wird von Herrin oder Dom oft gefordert, dass die Schläge mitgezählt werden, oder dass die Sklaven sich nach jedem Schlag für diesen bedankt.

Caning hinterlässt in den meisten Fällen Spuren auf der Haut. Das ist in Szenekreisen auch durchaus beabsichtigt. Zunächst tritt eine Rötung ein, die zu einem dunklen Bluterguss wird. Mitunter wird das Caning so exzessiv betrieben, dass Striemen auf der Haut sichtbar werden. Viele Subs genießen diese schmerzvolle Behandlung, deren Auswirkung noch tage- oder wochenlang zu spüren ist.

Was ist an dieser Praktik so reizvoll?

Einmal mehr geht es um die totale Unterwerfung. Die Bereitschaft, sich einem Herrn oder der Herrin komplett hinzugeben, sich als persönliches Spielzeug zur Verfügung zu stellen, bringt Sklaven, Subs und Pets, einen enormen Lustgewinn. In einigen Beziehungen geht die Unterwerfung im sexuellen Bereich hin, bis zur Selbstaufgabe. Daher sind gegenseitiges Vertrauen und ein respektvoller Umgang mit der Unterwerfung selbst unabdingbar für den devoten, als auch den dominanten Teil einer Beziehung.

Ein weiterer Reiz für das Caning hat die Ankündigung der Strafe. Die Erregung fängt für stark masochistisch veranlagte Subs nicht mit den Ausführen des Canings an, sondern bereits, wenn der dominante Part diese ankündigt. Dies erfolgt unter Nennung der Verfehlung der Subs. Auch die Anzahl der zu erwartenden Schläge wird angekündigt. Das Erwarten des Canings steigert die Erregung, weil auch eine gewisse Angst vor dem Schmerz vorhanden ist.

Bastonade als Sonderform des Canings

Bastonade ist auch unter den Begriffen „Footing“ bekannt. Altmodisch könnte er als „Sohlenhiebe“ übersetzt werden. In arabischen Ländern gibt es das sogenannte Falaka noch heute als Bestrafung für kriminelle Handlungen. Letztlich stellt Bastonade das Schlagen der nackten Fußsohlen mit einem Stock oder anderen Werkzeugen dar.

Beliebt sind Bastonade-Behandlungen, weil im Vergleich zu anderen Körperregionen, eine Menge an Nervensträngen an den Unterseiten der Füße zusammenlaufen. So wird der Schmerz intensiver empfunden und die Erregung oder auch die Vorfreude eines Masochisten enorm gesteigert.

Bei der Ausführung von Bastonade mit unerfahrenen Subs sollte, wie bei allen BDSM-Praktiken, vorsichtig begonnen werden. Es ist wichtig, die Schmerzgrenze festlegen zu können. Außerdem empfiehlt sich die Fixierung der Füße, da diese im Reflex sonst gerne zurückgezogen werden, oder der Bestrafte ungewollt nach dem Dom oder der Herrin tritt. Gerne werden die Füße an einem Holzbalken mit Seilen festgebunden. Auf diese Weise ist es den Sklaven nicht möglich, sich der Strafe zu entziehen, oder Herrin bzw. Herrn ungewollt im Affekt zu verletzen.

Die Ausführung entspricht außerdem den Regeln des Canings. Nach Verlautbarung des Fehlverhaltens wird die Strafe, in diesem Fall Fußhiebe, angekündigt. Die Subs werden häufig zum Mitzählen der Schläge angehalten, oder ihnen wird gesagt, dass der dominante Teil einen Dank für jeden Schlag erwartet. Wird diese Anweisung ignoriert, folgen weitere Schläge oder eine andersgeartete Strafe zur Erziehung.

Welche Risiken bergen diese Praktiken?

Zunächst einmal ist alles, was mit physischen Schmerz zu tun hat, einhergehend mit Verwundung, nicht unproblematisch. Beim Caning und Bastonade ist die Besonnenheit und Ausgeglichenheit des dominanten Teils nicht unerheblich. Er oder sie muss sich im Griff haben, um die Schmerzen mit Bedacht zufügen zu können. Gerät das Caning außer Kontrolle, kann es zu schweren Misshandlungen kommen.

Wichtig ist außerdem, dass alle Teilnehmer mit der Ausführung der BDSM Spielart einverstanden sind. Entgegen weitläufiger Meinung beruht BDSM immer auf der gemeinsamen Übereinkunft zwischen Herren oder Herrinnen und ihren Subs.

Problematisch werden Caning und Bastonade auch dann, wenn auf Hygiene kein besonderer Wert gelegt wird. Da Striemen offene Wunden sind, ist es unerlässlich, für eine saubere Umgebung zu sorgen. Auch die Rute sollte nicht gerade frisch vom Baum gepflückt worden sein, oder gar irgendwo auf dem Weg aufgehoben werden.

Es gibt in Sexshops geeignete Gerten, die allesamt sauber und hygienisch vertretbar sind, um Wunden nicht zu infizieren. Nach der Behandlung sollten die Utensilien auch gereinigt werden, bevor die nächste Session ansteht.

Auf die Versorgung der Wunden muss nach Caning und Bastonade ebenfalls ein Blick geworfen werden. Sind die Striemen zu tief, können sie sich entzünden. Eine Behandlung mit desinfizierenden Cremes ist empfehlenswert. Außerdem verursachen diese ein zusätzliches Brennen, was durchaus ein weiterer Lustgewinn für den masochistischen Teil darstellt.

Worauf sollten Anfänger achten?

Bei unerfahrenen Subs liegt die Gefahr darin, sich einem extremen Sadisten auszuliefern. Oftmals kennen sich die Teilnehmer nicht lang genug, um die Gesinnung des jeweils anderen einschätzen zu können. Für jede Art von BDSM ist Vertrauen ein großer Faktor. Immerhin legen die Subs ihren Körper nicht nur wörtlich in die Hände der Dominanten.

Nicht selten unterschätzen devote Teilnehmer auch den Schmerz, den es auszuhalten gilt. Besonders Filme wie „50 Shades of Grey“ tragen zu einer Verharmlosung von BDSM bei. Es muss deutlich gesagt werden, dass bei vielen Praktiken der Schmerz nicht unerheblich sein kann. Darüber müssen sich Anfänger im Klaren sein. Ein Signalwort,
um eine Session sofort abbrechen zu können, ist wärmstens zu empfehlen.

Besonders bei den Praktiken Caning und Bastonade kommt es meist zu Verletzungen. Anfängern muss das klar sein, bevor sie nach der Behandlung von Misshandlung sprechen. Eine Versorgung der Verletzungen ist elementar, und die Nutzung von sauberen Utensilien ein absolutes Muss.

Unerfahrene Sadisten oder dominante Teilnehmer müssen bei Caning und Bastonade sicher sein, sich unter Kontrolle zu haben. Nach Nennung des Signalworts haben sie die Behandlung unverzüglich einstellen. Ein Verhöhnen des unterwürfigen Sklaven ist in diesem Fall nicht angebracht, und auch nicht als „Nachspiel“ zu sehen.

Sowohl Caning als auch Bastonade sind herrliche Spielarten des BDSM. Zur Erziehung und zum Lustgewinn sind beide hervorragend geeignet. Anfänger können langsam eingeführt werden, und wachsen mit zunehmendem Training an sich selbst. Trotzdem sollte, wie immer, das Risiko von Verletzungen nicht außer Acht gelassen werden. Erst dann können sowohl Dom als auch Sub jede Behandlung in vollen Zügen genießen.