Ballbusting gehört zur sogenannten Cock and Ball Torture (CBT). Übersetzt bedeutet das Penis- und Hodenfolter. Dabei wird mit unterschiedlichen Mitteln Gewalt auf den Intimbereich des Mannes ausgeübt, um ihn und/oder den Ausführenden sexuell zu stimulieren. Stark masochistische Männer können davon besonders profitieren, weil der Schmerz sie erregt.

Was ist Ballbusting?

Ballbusting bedeutet in erster Linie, dass der Top (meist eine Frau) in die Hoden des Bottom tritt. Diese Praktik kann das Bedürfnis nach Schmerz mit einem Fetisch für Füße oder Schuhe kombinieren. So werden von einigen Männern Sneaker bevorzugt, von anderen High Heels oder Stiefel.Außer mit Tritten können die Hoden auch noch mit anderen Möglichkeiten gefoltert werden. Als Werkzeug dienen dann die Hände, Paddel, die Gerte oder Ähnliches.

Schläge sind nicht nur einfacher zu führen als Tritte, sie sind auch weniger gefährlich, da sie besser kontrollierbar sind. Für mehr Abwechslung und um eine kleine Pause vom Schmerz zu haben, werden Penis und Hoden zwischendurch gestreichelt. Auch ein leichtes Quetschen der Hoden ist möglich, muss aber mit Bedacht geschehen.
Als Steigerung nach leichten Schlägen kommen Faustschläge oder die bloßen Füße in Frage. Noch schmerzhafter als ein Tritt kann z.B. ein Stoß mit dem Knie sein.

Das reine Ballbusting wird oft mit weiteren Methoden verbunden, um die Hoden zu behandeln und den Sub zu quälen. Dazu gehören Fesselungen, die das „Opfer“ wehrlos machen und so genannte Hodenstretcker, die die Hoden für die nachfolgenden Tritte besser erreichbar machen.

Ein Keuchheitskäfig verhindert erfolgreich die Erektion des Mannes, egal wie hoch seine Erregung ist, so wird er zusätzlich gedemütigt. Beim Einsatz von Hilfsmitteln ist nochmal besondere Vorsicht geboten, denn Hilfsmittel wie Keuschheitskäfige sind für einen solchen Zweck nicht gedacht!

Eine Augenbinde kann den Reiz dadurch erhöhen, dass der Unterlegene die Tritte nicht kommen sieht, und sich somit nicht darauf einstellen kann.

Was ist das Reizvolle an dieser Praktik?

Im Grunde ist sie nur etwas für Liebhaber von besonders starken Qualen, die auch vor einem Risiko nicht zurückschrecken. Ein Tritt in die empfindlichen Hoden führt zu so großen Schmerzen, dass der Mann vorläufig handlungsunfähig werden kann. Es kann körperliches Unwohlsein bis hin zur Übelkeit folgen. Das Reizvolle für den Sub ist demnach nicht nur der Schmerz, sondern auch die darauf folgende Wehrlosigkeit und Demütigung.

Gefesselt und mit verbundenen Augen spielt auch das Ausgeliefertsein eine Rolle. Der Anblick des stöhnenden, sich windenden Subs, kann beim Top zu großer Erregung führen, die noch mehr gesteigert wird, wenn der Unterlegene weint und fleht. Eine sadistische Ader kommt dabei voll auf ihre Kosten.

Welche Risiken bestehen?

Ballbusting kann sehr gefährlich sein, wenn es nicht richtig oder zu kräftig ausgeführt wird. Da die Tritte oder Schläge direkt auf die Hoden ausgeübt werden, können diese verletzt werden.

Innere Organe des Mannes

Dabei kann es sich im harmlosen Fall nur um Quetschungen, Prellungen und Schwellungen handeln, die mit Eisbeuteln behandelt werden können. Zwischen den einzelnen Sessions sollte deswegen unbedingt genug Erholungszeit eingeplant werden.

Schlimmer sind innere Blutungen durch Risse oder Abrisse des Hodens. Es kann zu einer Hodenverdrehung (Hodentorsion) mit der Gefahr des Absterbens des Hodens kommen. Bei starken Verfärbungen und Schwellungen, die nicht weggehen, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Manche Verletzungen können medizinisch behandelt werden, andere sind inoperabel und bleiben für immer. Die Spätfolgen davon können Impotenz und Unfruchtbarkeit sein. Die Verletzungsgefahr ist bei spitzen Schuhen größer. Dies gilt auch für spitze Absätze von High Heels.

Während der Session kann es infolge der Schläge oder Tritte zu so extremen Empfindungen kommen, dass ein Kreislaufversagen droht. Der dominante Part muss seinen Sub gut im Auge behalten um schwerwiegende Probleme sofort erkennen und entgegensteuern zu können. Während Fesselungen erlaubt sind und das Vergnügen steigern können, sollte ein Knebel unbedingt vermieden werden, damit die Atemwege freibleiben. Es ist wichtig, dass eventuelle Fesseln leicht wieder gelöst werden können. Für den Notfall wird eine Schere bereitgelegt.

Wird das Ballbusting nur leicht ausführt, ist nicht zu befürchten, dass es zu schweren Verletzungen kommt, dennoch sollte man im Zweifel unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Worauf sollte man als Anfänger achten?

Wer es unbedingt ausprobieren möchte, wendet sich an einen Top, der damit schon gewisse Erfahrungen gemacht hat. Am Anfang gilt, weniger ist mehr. Zuerst sollten vorsichtige Schläge mit der Hand oder einem leichten Schlagwerkzeug erfolgen, um die Schmerzintensität auszutesten. Danach können erste Tritte mit verminderter Kraft ausgeführt werden. Bei Gefallen wird die Intensität leicht gesteigert.

Eine Fixierung des Bottom sorgt nicht nur für die erregende Hilflosigkeit. Es hilft auch dabei, dass die Tritte richtig ausgeführt werden können, da er nicht mehr ausweichen kann.

Die BDSM-Praktik darf nur bei absolutem gegenseitigem Vertrauen ausprobiert werden. Dem Dom sollte klar sein, dass er bei schweren Verletzungen zur Verantwortung gezogen werden kann. Kann das gegenseitige Einvernehmen nicht bewiesen werden, kann auch Körperverletzung in Frage kommen. Es spielt dann keine Rolle mehr, dass der Sub es so wollte.

Der dominante Spielpartner muss in der Lage sein, sich gut kontrollieren zu können, unabhängig davon, ob er ein Spielzeug einsetzt oder seine Füße/Hände benutzt. Er muss außerdem gut auf die Körpersprache seines Subs achten und es akzeptieren können, wenn dieser genug von dem Spiel hat.

Fazit:

Ballbusting ist definitiv nichts für schwache Nerven. So reizvoll es für sadistische oder masochistische Menschen sein kann, es ist dennoch sehr gefährlich und kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen, die selbst die Familienplanung beeinträchtigen können.