Eine Zurschaustellung der weiblichen Macht über Männer ist das CFNM, eine Spielart des BDSM. Dabei bedeutet die Abkürzung CFNM nichts weiter als „Clothed Female, nude Male“, zu deutsch also: bekleidete Frauen, nackte Männer. Dabei zeigt die Nacktheit des Mannes an, dass er in der Hierarchie weit unter den Damen steht, er ist ihren Blicken schutzlos ausgeliefert und wird dabei häufig verbal gedemütigt. In den meisten Fällen handelt es sich um mehrere bekleidete Frauen, denen der Mann unbekleidet zu Willen sein muss.

Was ist CFNM?

Ganz klar ist dieser Fetisch dem BDSM zuzuordnen. Mag es zunächst als eine leichte Spielart des sonst eher harten sexuellen Vergnügens erscheinen, kann diese Praktik stark an Härte variieren. Zunächst einmal sorgt eine vollständig, nichtsdestotrotz sexy gekleidete Herrin, dafür, dass ihr Sklave sich vollständig entkleidet. Bevorzugt geschieht das entweder auf einer Bühne vor hauptsächlich weiblichem Publikum, oder bei einer privaten Damenrunde zu Hause.

Dabei wird der nackte Mann so behandelt, als sei er nicht vorhanden. Lediglich für seine Benutzung wird er herbeigerufen. Er wird dabei von den Damen wie ein Objekt behandelt, alle menschlichen Eigenschaften werden ihm abgesprochen. Er dient zur Belustigung der Frauen, die ihn verbal erniedrigen, oder denen er als Sexobjekt zur Verfügung steht.

Meist wird orale Befriedigung vom Sklaven verlangt, manchmal darf er die Herrin oder ihre Gesellschaft mit den Händen verwöhnen. Doch auch während der sexuellen Handlungen wird er fast schon ignoriert, so wird beispielsweise ein Gespräch fortgesetzt, ohne ein Anzeichen von Lust zu offenbaren. Vielmehr wird diskutiert, wie unbeholfen oder dumm sich der nackte Sklave anstellt. Dafür wird er im späteren Verlauf häufig bestraft.

Was macht den Reiz dieser Praktik aus?

Für den entkleideten Mann ist es zunächst die natürliche Scham, hervorgerufen durch seine Entblößung, die den Reiz für den devoten Teil ausmacht. Wird er dann zur Befriedigung der Damen hinzugerufen, wird er wie eine männliche Prostituierte genau das tun, was von ihm verlangt wird. Allerdings wird er dafür nicht bezahlt, sondern tut es, weil seine Herrin es so von ihm verlangt.

Er wird sich nicht verweigern, genau nach Anweisung handeln und dabei feststellen, dass seine Dienste offenbar nicht gut genug für die Damenrunde sind. Gut hörbar werden sich die Frauen darüber unterhalten, wie schlecht seine oralen Künste sind oder wie fantasielos seine Versuche, sie befriedigen zu wollen. Nicht selten wird auch abfällig über seinen Penis gesprochen, was eine zusätzliche Demütigung ist.

Die Herrin genießt ihre Macht bei dieser Zurschaustellung enorm. So kann sie den Gehorsam des Sklaven öffentlich zur Schau stellen, ihn wie ein Tier präsentieren und dabei verhöhnen. Sie verlacht ihn während seiner Befriedigungsversuche, spornt ihn an, sich mehr zu bemühen, und zeigt so, dass dieser Sklave alles tun würde, um sie glücklich und stolz zu machen. Was immer ihn erniedrigt und zwingt, seine Beschämung offen zu zeigen, ist für sie Grund, ihn immer wieder für andere Frauen zur Verfügung zu stellen.

Welche Varianten gibt es?

Das Prinzip bei CFNM ist stets gleich. Der Mann ist nackt, die Frau oder Damenrunde meist elegant gekleidet. Die Praktik variiert in der Ausführung. Die Szene bietet Shows, bei denen ein Mann auf der Bühne vor Publikum entkleidet wird, danach wird er nackt an der Leine durch die Reihen geführt. Dies dient zu seiner Begutachtung, und manchmal wird eine willkürliche Frau von der Herrin ausgewählt, die der Sklave dann befriedigen soll. Das geschieht nie in einem sexuellen Akt, sondern mit den Händen oder den Lippen.

Nicht weniger demütigend ist eine Party im Haus der Herrin. Hier wird der Sklave zum Diener, der meist vollständig unbekleidet die geladenen Gäste bedient. Hier geht es nicht nur um sexuelle Akte, sondern zunächst darum, dass der Mann nackt Getränke anbietet und sich sonst um das Wohlergehen der Besucher kümmert. Erst nach einer quälend langen Zeit befiehlt die Herrin dem Sklaven, sich ein wenig intensiver um die Damen zu kümmern. Natürlich nur unter ihren Augen und auf genaue Anweisung folgend, wird der Sklave nun zum Sexobjekt degradiert.

Ist das CFNM fast ausschließlich einem oder mehreren nackten männlichen Sklaven und bekleideten Frauen zuzuschreiben, so gibt es auch die Abwandlung, dass manchmal männliche Besucher unter den Gästen sind, die sich nicht entkleiden. Sie sind klar dominant und beobachten geringschätzig die Dressur des Sklaven zum Lustobjekt. Bei bisexuell orientierten Slaven kann es mitunter vorkommen, dass die Herrin auch die Befriedigung eines Mannes verlangt, was von devoten Teilnehmern als besonders demütigend empfunden wird.

Eine Intensivierung beim CFNM ist es, dem Sklaven einen Peniskäfig anzulegen. So wird seine eigene Erregung schmerzhaft unterdrückt. Er wird dabei zusätzlich verlacht. Während er eine Besucherin verwöhnt, kann er natürlich auch von der Herrin oder anderen Gästen bestraft und gedemütigt werden. Anale Penetration ist dabei häufig das Mittel der Wahl, aber auch Schläge oder das Bespucken während der Befriedigung.

Gibt es Risiken?

Generell gibt es nur ein Risiko bei dieser Praktik. Die orale Befriedigung findet ohne Schutz statt, somit ist die Gefahr sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren, gegeben. Vorbeugend sollte bei Gästelisten darauf geachtet werden, dass es sich nicht um komplett fremde Menschen handelt, die es zu befriedigen gilt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann nur getestete Personen mitmachen lassen. Außerdem ist die Körperhygiene, wie bei jeder sexuellen Handlung, nicht außer Acht zu lassen.

Wer auf die üblichen Verhütungsmethoden zurückgreift, sollte beim CFNM nicht mehr Gefahren ausgesetzt sein, als das beim Üblichen Sex der Fall ist.

Wie gelingt der Einstieg?

CFMN ist sehr gut für Anfänger geeignet. Eventuell muss der unerfahrene Sklave durch seine Herrin auf das Geschehen vorbereitet werden. Diese Unterhaltung kann sehr gut in eine laufende BDSM-Session einbezogen werden, um zu sehen, wie lustvoll der Sklave darauf reagiert.

Für eine erste CFNM-Sitzung empfiehlt sich eine kleine Runde, um den Sklaven an sein Dasein als Sexobjekt zu gewöhnen. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass es kaum Sklaven gibt, die so eine Behandlung nicht gerne annehmen. Es gilt, je exhibitionistischer ein Sub ist, desto heißer ist dieses Spiel der weiblichen Macht für ihn.

Letztlich verhält es sich beim CFNM wie bei allen anderen Praktiken im BDSM: Nichts ist tabu, solange Top und Bottom sich vorher darüber geeinigt haben. Dann ist diese Spielart besonders heiß und reizvoll. Denn sie ist ein großer Beweis der Unterwürfigkeit und dem Willen des Sklaven, alles für seine Herrin zu tun.